Mozart aktiv - Kyrie (für Chor)
Heute morgen war ich im Gottesdienst. Als Kirchenchorsänger. Mozart stand auf dem Programm: Kyrie (4stimmig). Die KV-Nummer hab ich mir leider nicht gemerkt. Werde mal kurz beim Mozart-Archiv reinhören, ob ichs finde. Jawohl:
KYRIE in d-moll KV 90
Das hat richtig gut getan. Ein wunderschöner polyphoner Satz. Vierstimmig, acapella und im Tenor nur bis zum f. Unser Dirigent nahm das Tempo fließender als in der Aufnahme im Mozart-Archiv. Und trotzdem war ein Pulsieren zu spüren, schön.
So ist Mozart halt doch am schönsten, wenn mensch ihn selber singen und musizieren darf.
Also: Irgendeine Mozart CD einlegen und einfach mal mitsingen ;-)
Mehr Musiktipps im Blog auf meiner eigenen Seite (mit Zeichnungen).
Sonntag, 22. Januar 2006
Ouvertüren I - »Die Entführung aus dem Serail«
Das war mein Einstieg ins Klassikhören. Nicht ganz freiwillig, aber er hat funktioniert. Auf längeren Autofahrten pflegte mein Vater eine Kassette mit dieser Ouvertüre (und noch anderen, wahrscheinlich Rossini »Wilhelm Tell«) zu spielen.
Bei längeren Urlaubsfahrten haben wir auf diese Weise die Entführungsouvertüre mehrmals gehört und recht gut kennen gelernt. Und sie hat jau auch einiges zu bieten:
viel Percussion (Janitscharen-Instrumente)
viel Abwechslung
eingängige Rhythmen
Mehrere Jahre über habe ich diese Ouvertüre dann nicht mehr gehört. Die Wiederbegegnung war dafür umso schöner: Das war die Aufnahme mit John Elliot Gardiner.
Die eigene Downline aufbauen mit dem Besucherschwarm.
Donnerstag, 19. Januar 2006
Little Amadeus - (k)ein Anti-Tipp
Per Zufall bin ich auf die Zeichentrickserie »Little Amadeus« gestoßen. Der Kinderkanal strahlt sie aus. Heute lief sie um 19.00 Uhr. Nach fünf Minuten musste ich schon wieder weg - und war froh darüber.
Der Erzählstrang in diesen fünf Minuten war so wirr und hatte so wenig mit Mozart zu tun. Die Musik erinnerte teilweise mehr an Bach (Tocatta in d) als an Mozart. Das Ganze war zudem so klischeehaft angelegt ...
Spontane Reaktion: Ich kann nur abraten. Die Zeit ist wesentlich sinnvoller zu verbringen - auch beim Thema Mozart. Wer seinen Kindern Mozart nahe bringen möchte, der vertraue auf die WIrkung der Musik. Gerade sichte ich Mozartangebote für Kinder. Bisher kann ich vor allem Simsa empfehlen, doch dazu morgen mehr!
Mehr Musiktipps im Blog auf meiner eigenen Seite!
Montag, 09. Januar 2006
Mozart für Komiker ;-)
Mozart muss einen recht bissigen Humor gehabt haben. Zumindest kann mensch das als Hörer seines
»Ein musikalischer Spaß« in F-Dur, KV 522
vermuten. In dieser Komposition macht er sich überdeutlich lustig über alle Möchtegern-Komponisten, die nicht mal ihr Handwerkszeug als Tonsetzer beherrschen:
* Wiederholungen noch und nöcher
* Sequenzierungen bis zum Überdruss
* falsch notierte Instrumente (das Horn spielt mal ein Solo in der falschen Tonart)
* ein nie enden wollender Schluss
um nur einige zu nennen. Ulrich Konrad vertrat neulich in der Zeit die These, dass wir diese Späße heute nicht mehr verstehen ... einen Versuch wäre es zumindest wert!
Samstag, 07. Januar 2006
Mozartbilder - Nachtrag
Manche Mozart-Bilder der aktuellen ZEIT sind doch online. Ich stelle jetzt den Bildern spontan assoziierte Mozart-Musik an die Seite. Im Mozart-Archiv (Abt. Musikdatenbank) sind eigentlich alle zu finden. Leider arbeitet das Mozart-Archiv mit Frames, so dass eine Direktverlinkung nicht möglich ist ...
Doch jetzt zu den Bildern:
1.) Rainer Fetting «Mozart», 1985; Öl auf Leinwand, dazu: Die Ouvertüre zur »Entführung aus dem Serail«
2.) Raoul Dufy «Mozart», dazu eine Klaviersonate
3.) Oskar Kokoschka «Papageno», Entwurf für die Aufführung der Zauberflöte in Genf 1965; farbige Kreiden, dazu die Vogelfängerarie aus der Zauberflöte
4.) Paul Klee «Ein bayrischer Don Giovanni», 1919; Aquarell und Feder auf Papier, dazu "Ein musikalischer Spaß", oder die Chamapgner-Arie aus »Don Giovanni«
Über Korrekturen oder andere musikalische Assoziationen in den Kommentaren freue ich mich ... Viel Spaß beim Betrachten und Hören!
Freitag, 06. Januar 2006
Mozartbilder
In der aktuellen ZEIT wurden den Feuilleton-Artikeln über W.A. Mozart Kunstwerke gegenüber oder an die Seite gestellt. Ich habe im Netz nach Infos bzw. Möglichkeiten gesucht die Bilder anzuschauen. Dabei bin ich auf einen Artikel aus dem Observer von 2002 gestoßen. Man könnte glatt meinen, den haben die Zeit Redakteure ganz genau studiert ...
Fast alle erwähnten Bilder sind jetzt nämlich in der ZEIT zu finden.
http://observer.guardian.co.uk/review/story/0,6903,750655,00.html
Donnerstag, 05. Januar 2006
unvermeidlich: »Eine kleine Nachtmusik«
Lohnt es sich überhaupt noch, die »Kleine Nachtmusik« näher anzuschauen. Sie wurde/wird so oft gespielt, ist so bekannt, jeder kann sie sofort mitsingen: pa, pa, pa, pa, pa, pa, pa, pa, pa (usw.) - Nicht zuletzt deshalb wird sie auch in Formans »Amadeus« eingesetzt um dem Zuschauer den Unterschied zwischen Salieri und Mozart deutlich zu machen. (Im Film testet Salieri - in der Irrenanstalt - den Pfarrer und legt ihn mit der »Kleinen Nachtmusik« herein) -
Warum also die »Kleine Nachtmusik« noch einmal genau anschauen? Genau darum vielleicht, um sie vor dieser versüßlichenden Vereinnahmung durch Medien und Menschen zu bewahren...
Das gelingt der »ZEIT« mit 8 Fragen an Konrad Ulrich (Musikwissenschaftler)
Warum ist die »Kleine Nachtmusik« so berühmt?
Acht Fragen an den Mozart-Experten Ulrich Konrad zu einem Stück, das jeder kennt. Konrads antworten sind in der der online-Ausgabe der »ZEIT« nachzulesen. (Einfach auf den Link klicken!). Es geht darum um Handwerkliches, um Gedankenerxperimente und wieder einmal darum, Mozart vor seinen Rezipienten zu schützen:
[Zitat]: Andersherum hat das betont Richtige in der Nachtmusik einen intellektuellen Anspruch, der kaum noch wahrgenommen wird. Mozart sagte selbst: »Ich liebe Zuhörer, die mitdenken.« Wenn Intelligenz klingen könnte, dann so wie in der Kleinen Nachtmusik. [Zitatende]
Quelle: http://www.zeit.de/2006/02/M-Nachtmusik?page=2
Geld verdienen: Bei Info-mails.de werden Sie für das Lesen von Werbe-eMails bezahlt! Die Anmeldung ist natürlich kostenlos!
Mittwoch, 04. Januar 2006
Salzburger Mozart-Blog
Mehr oder weniger zufällig habe ich heute ein anderes Mozartjahr-Blog gefunden. Es beschäftigt sich nach eigenen Angaben mit:
Mozart 2006
- ist ein Weblog, das sich mit dem Mozartjahr anlässlich seines 250. Geburtstages befasst. Schwerpunkt sind die Veranstaltungen in seiner Geburtsstadt Salzburg.
Quelle: http://blogs.salzburg.com/mozart2006/
Der heutige Eintrag beschäftigt sich kurz mit Mozart 22. Das ist ein ehrgeiziges Projekt alle 22 Bühnenwerke Mozarts während der Salzburger Festspiele auf die Bühne zu bringen. Wie das ausgehen wird weiß noch niemand. Aber das Programmheft ist jetzt wohl gedruckt und man weiß, dass es definitiv angegangen wird.
Dienstag, 03. Januar 2006
Mozart, seine Briefe und die Musik
Die Kulturprogramme der ARD-Sender bringen im Mozartjahr 2006 den »täglichen Mozartbrief«. Der Brieftext wird von Klaus Maria Brandauer gelesen.
Ich habe heute zum ersten Mal reingehört (SWR 2). Es ging in einem Brief an den Vater (aus München) um den 3. Akt von »Idomeneo«. Auf zweieinhalb Minuten Text folgte ein längerer Ausschnitt aus »Idomeneo«. Trotz anfänglicher Skepsis überzeugte mich das Konzept:
Brandauer las den Brief mit viel Einfühlungsvermögen.
Die Musik passte gut
Überzeugt hat mich dann aber vor allem, dass Mozart »pur« war: ohne unangemessene hineingeheimnissende Interpretation.
Den täglichen Brief kann man jeweils auch im Netz hören: http://mozart.ard.de/brandauer/
Montag, 02. Januar 2006
Mozart und die Religion
Heute habe ich die Januarausgabe der »zeitzeichen« erhalten. Darin schreibt Ralf Ludwig über »Mozarts Religion«. Ludwig wägt in seinem Artikel einige Positionen ab: Hildesheimer (Mozart komponierte Krichenmusik ohne jegliche Inbrunst) gegen Einstein (Mozart komponierte "fromm"). Stellt die Aussagen aus Mozarts Briefen an seinen Vater den kolportierten Gerüchten (Mozart fastete nicht) gegenüber.
Im letzten Absatz formuliert der Ralf Ludwig zwei rethorische Fragen:
[Zitat:] Muss man tatsächlich scharf trennen zwischen weltlicher und geistlicher Musik? Oder gilt für beide Seiten, dass sie aus einer Quelle kommen, der schöpferischen Kraft eines musikalischen Genies? [Zitat-Ende] (Ralf Ludwig »Mozarts Religion« in: zeitzeichen Januar 2006, 7. Jahrgang, Seite 11)
Wenn die Fragen offen bleiben dürfen, kann ich darin meine Haltung wiederfinden. Warum nüssen wir von außen über den Glauben und die Religiosität Mozarts befinden. Überlassen wir das doch getrost dem, der es kann. Und deshalb und ansonsten gilt für Mozart, das was für uns Menschen alle gilt: Jeder hat das Recht auf Geheimnisvolles und Unausgesprochenes. Manchmal ist es auch besser zu schweigen. Ich wünsche mir für das Mozartjahr 2006 mehr Respekt vor dem Menschen Mozart, den man eben nicht aus Briefen und Partituren rekonstruieren kann ...
Geld verdienen: Sie erhalten Geld für das Lesen von eMails!
Sonntag, 01. Januar 2006
Ein ganzes Jahr Mozart!
Mit 24 Stunden Dauermozart auf 3Sat, Mozart beim Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker und beim Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker und zahllosen anderen Sendungen startete das Mozartjahr 2006 in den Medien.
Ich bin gespannt, ob und wie die Medien das Versprechen, das in diesem enorm hohen Anfangstempo liegt halten können. Immer hin naht der 250. Geburtstag ja schon am 27. Januar ...
Ich habe heut bewusst wenig Mozart gehört, den dafür aber intensiv: Das Klavierkonzert Nr. 9 »Jeunehomme« (KV 271). Andreas Staier spielt auf einem Hammerklavier und das Concerto Köln dialogisiert mit ihm. Wunderschöne Einspielung eines wirklichen Mozartinterpreten. Andreas Staier hat einen Zugang und Umgang mit Mozart gefunden, den ich einmalig finde: In aller Beschäftigung mit Analytischem, Historischem und Musikwissenschaftlichem bleibt doch der Mensch und auch das Geheimnis Mozart erhalten. Staier nimmt Mozart ernst und Mozart nicht vor Mozart in Schutz.
CD-Tipp: W.A. Mozart Piano Concertos Nos. 9 "Jeunehomme" & 17 Andreas Staier Concerto Köln (1995 Teldec Das Alte Werk)
Die auf Weblogs sichtbaren Daten und Inhalte stammen von
Privatpersonen. Beepworld ist hierfür nicht verantwortlich.